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Biographical note: Dr. Tilman Fuß ist Vikar in Lübeck.
Die Beurteilung von Handlungen als ethisch erlaubt gehört zum moralischen Bewusstsein und zur moralischen Verständigung. In der theologischen Ethik gab es jedoch Kritik an der Kategorie des ethisch Erlaubten, am grundsätzlichsten bei Friedrich Schleiermacher. Die Kritiker vertraten die These, dass sich alle möglichen Handlungen als entweder moralisch geboten oder verboten ausweisen ließen und dass eine mittlere Kategorie des bloß Erlaubten die Klarheit ethischer Verbindlichkeit trübe. Fuß analysiert die Argumentationen repräsentativer evangelischer Ethiker vor allem des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die einerseits für die Kritik am Begriff des Erlaubten und andererseits für seine Rehabilitierung stehen. Dabei wird das Erlaubnisproblem in seiner Beziehung zu anderen ethischen Kontroversthemen gesehen, wie etwa den Problemen des supererogatorischen (des die Pflicht übererfüllenden) Handelns oder der Adiaphora (der moralisch wertneutralen Sachen oder Verhaltensweisen). Das Schlusskapitel beschreibt den Begriff des Erlaubten im Kontext einer Lehre von elementaren Pflichten. Biographische Informationen Dr. Tilman Fuß ist Vikar in Lübeck.
Titel -- Inhaltsverzeichnis -- Vorwort -- Einleitung -- 1. Kapitel Erlaubnis und ethische Indifferenz in der Geschichte der Ethik vor Schleiermacher -- 1. Antike Ethik -- 2. Scholastik -- 3. Martin Luther: Glaubensgesinnungsethik und Freiheit im Handeln -- 4. Neuzeitliches Naturrechtsdenken: Erlaubnis zwischen Recht und Moral -- 5. Transzendentalphilosophie -- 6. Ergebnisse -- 2. Kapitel Die Kritik am Begriff des Erlaubten bei Friedrich Schleiermacher -- 1. Was kann mit dem Begriff des Erlaubten gemeint sein? -- 2. Das Erlaubte als Erholung vom sittlichen Streben? -- Exkurs: Schleiermachers Ansicht von der Ausübung der Heilkunst -- 3. Das vorausgesetzte Verständnis von „Pflicht" -- 4. Der Begriff des Erlaubten in der ‚Christlichen Sittenlehre' -- 5. Der eigentliche Ort des Begriffs des Erlaubten: die Rechtssphäre -- Exkurs: Schleiermacher zur Auswanderungsfrage -- 6. Die Hintergründe und die Bedeutung der Kritik am Begriff des Erlaubten im gesamten Denken Schleiermachers -- 3. Kapitel Rehabilitierungen des Begriffs des Erlaubten im Namen einer „verhältnismäßigen Antinomie" -- 1. Vorbemerkungen -- 2. Richard Rothes Umdeutung von Schleiermachers Kritik -- 3. Positive Erlaubnisgesetze Gottes bei Johann Tobias Beck -- 4. Zur Kritik der antinomistischen Rehabilitierung des Begriffs des Erlaubten -- 4. Kapitel Erlaubnis und Verpflichtung zugleich - Julius Köstlins Versuch einer lutherischen Synthese -- 1. Vorbemerkung zum Ansatz und Profil von Köstlins Ethik -- 2. Die Lückenlosigkeit der Sollensbestimmung -- 3. Der Begriff des Erlaubten in der „Peripherie" des Sittlichen -- 4. Die „negativ-ethische" Grundlage - Differenzen zu Schleiermacher -- 5. Das latente Gesolltsein des Erlaubten -- 6. Das lutherische Profil der Konzeption Köstlins -- 7. Kritische Würdigung von Köstlins Konzeption des ethisch Erlaubten.
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